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Braun macht sich selbst ein Geburtstagsgeschenk

Die Schnellschach-Krone bleibt in Coburg: Siegmund Braun gewann die oberfränkische Schnellschach-Meisterschaft in Kulmbach. Er folgt damit seinem Vereinskamerden Kurt-Georg Breithut nach, der seinen Titel nicht verteidigen konnte. Regionalliga-Topspieler Braun setzte sich erst in der letzten Runde an die Spitze. Vorher hatte alles auf einen Sieg von Stepan Forman (SK Kulmbach) hingedeutet.

Sehr erfreulich: 26 Teilnehmer - vier mehr als im Vorjahr - kamen in die Mälzerei-Kantine in Kulmbach, die wiederum beste Spielbedingungen bot. Hochkarätig besetzt war das Feld. Unter acht Spielern über DWZ 2000 war kaum ein Favorit auszumachen. Entsprechend eng ging es an der Spitze zu. Titelverteidiger Breithut begann stark, gewann die ersten drei Runden allesamt. Doch dann wurde er vom Kulmbacher Stepan Forman gebremst: Niederlage in Runde 4. Zu diesem Zeitpunkt lag Forman sogar mit einem Punkt Vorsprung unangefochten auf Platz eins. Ebenfalls ungeschlagen war bis dahin Gerald Löw vom SC Bamberg; er hatte lediglich zwei Remis abgeben müssen.
Nach der fünften Runde war das Titelrennen aber wieder völlig offen: Forman unterlag im Topduell gegen Löw. Der Kulmbacher blieb damit zwar noch vorne, aber punktgleich - nur durch die Buchholz-Wertung getrennt - blieben ihm Löw, Siegmund Braun und Pavel Janda auf den Fersen. Das Spitzenquartett traf in der vorletzten Runde zu direkten Duellen aufeinander. Dabei setzte sich Braun gegen Löw durch, Tscheche Forman besiegte seinen Landsmann Janda. Die Konstallation vor der alles entscheidenden siebten Runde: Forman und Braun führten das Feld mit jeweils 5:1 Punkten an, in der Buchholz-Wertung hatte Forman leichte Vorteile. Nicht weniger als sieben Spieler lauerten mit vier Punkten auf einen Platz auf dem Treppchen. Die Meisterschaft - das stand für die Beobachter fest - würde sich entweder Forman oder Braun holen.
Am ersten Brett entwickelte sich zwischen dem Topgesetzten Zdenek Haba und seinem Kulmbacher Vereinskollegen Stepan Forman zunächst eine ausgeglichene Partie mit beiderseitigen Chancen. Dann jedoch unterlief Forman der entscheidende Fehler, den Haba konsequent ausnützte. Nun war der Weg frei für Siegmund Braun: Schon ein Remis mit den weißen Steinen gegen Pavel Janda hätte ihm zum Titel genügt. Nur eine Niederlage durfte er sich nicht erlauben, sonst hätte die ,,Buchholz'' zu seinen Ungunsten entschieden. Der Coburger baute eine offensive Stellung auf und ließ an seinem Sieg und dem Titelgewinn keine Zweifel mehr aufkommen.
Interessant: Siegmund Braun machte sich selbst das schönste Geschenk zu seinem 44. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch also gleich im doppelten Sinne! Bei der Siegerehrung nahm der Meister ein Fünf-Liter-Fass EKU mit nach Hause - einen von zahlreichen Bier-Preisen, die in der Bierstadt Kulmbach für die Teilnehmer bereitstanden. Die Kulmbacher, die am Tag vorher bereits den Path Computing Cup veranstaltet hatten, waren perfekte Gastgeber; der zweite Vorsitzende des Ausrichters, Sebastian Götschel, übernahm die Computerauswertung per ,,WinSwiss''. Schiedsrichter Wolfgang Fiedler (SC Bamberg) hatte an diesem Tag angesichts der Fairness der Teilnehmer ein leichtes Amt.