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SC Höchstadt als ,,Zünglein an der Waage''

Trotz Freibad-Wetters kamen fast 100 Denksportler zur Blitz-Mannschaftsmeisterschaft in Hallstadt. Eine Vielzahl von dramatischen Partien gab es zu sehen - und da war es kein Wunder, dass auch die Entscheidung um den Titel denkbar knapp fiel: Die Vier vom Schachclub 1868 Bamberg holten die Meisterschaft, weil sie zwei Brettpunkte mehr als Konkurrent Kronach gesammelt hatten. Nach Mannschaftspunkten lagen Bamberger und Kronacher nach 23 Runden gleichauf.

Eines stand schon frühzeitig fest: Der Meister des Vorjahres, die Mannschaft vom TSV Bindlach, war von der Titelverteidigung weit entfernt. Das Team um Eduard Schunk legte einen miserablen Start hin. Nach fünf Runden hatte das Quartett lediglich einen Sieg verbucht und drei empfindliche Niederlagen gegen die späteren Spitzenteams kassiert. Am Ende reichte es für Bindlach noch zum sechsten Platz.
Am besten aus den Startlöchern kam die SG Sonneberg. Die Bezirksliga-II-Mannschaft legte los wie die Feuerwehr, behielt in den neun ersten Runden die ,,weiße Weste''. Erst kurz vor der Mittagspause, in Runde zehn, kassierten Geisensetter & Co. den ersten Punktverlust. Nach der Pause stellte sich jedoch heraus, dass die Sonnenberger offenbar eine günstige Auslosung erwischt hatten - denn in den Duellen gegen die Spitzenteams setzte es Niederlagen. Und so waren es andere Mannschaften, die bis zum Ende im ,,Konzert der Großen'' mitspielten.
An der Spitze lieferten sich Bamberg und Kronach ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Bereits in der vierten Runde waren die beiden Teams zum direkten Duell aufeinander getroffen - mit dem besseren Ende (3:1) für Kronach. Der Kronacher SK ließ vor der Pause nur gegen Bindlach Federn (2:2). Allerdings gab es dann in Runde elf eine unerwartete 1,5:2,5-Niederlage gegen Michelau. Doch auch die Bamberger hatten ihre schwachen Momente: Neben der Niederlage gegen Kronach mussten sie einen 1,5:2,5-Verlust gegen Konradsreuth hinnehmen. Nach 15 Runden war klar: Diese beiden Mannschaften werden den Titel unter sich ausmachen. Zu diesem Zeitpunkt führte Kronach mit einem Punkt Vorsprung vor Bamberg; der Rest des 24 Mannschaften starken Feldes folgte bereits mit gebührendem Abstand.
In der 18. Runde spielte der SC Höchstadt das Zünglein an der Waage im Titelkampf: Das Dietze-Team luchste den Kronacher einen Punkt ab. Nun waren Bamberg und Kronach nach Mannschaftspunkten gleichauf, nach Brettpunkten lagen schon jetzt die Domstädter vorne. Die Akteure wussten: Es kam auf jeden einzelnen Punkt an. 1,5 Punkte betrug der Vorsprung nach 20 Runden, eine Runde später wuchs er auf drei Zähler an. Damit war eine Vorentscheidung gefallen. Die Bamberger ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und behaupteten den Spitzenplatz. Sie kamen auf 74,5 Brettpunkte, Kronach auf 72,5. Etwas im Schatten des Spitzenduells stand das Ringen um Platz drei. Auch hier war die Brettbilanz ausschlaggebend - zu Gunsten von Hof, zu Ungunsten von Coburg.
Garant für Bambergs Erfolg waren herausragende Einzelleistungen. Drei der vier Bamberger Spieler nahmen einen Brettpreis mit nach Hause. Für die fünf besten Mannschaften gab es Geldpreise zwischen 40 und 10 Euro. Die Bettelseehalle in Hallstadt erwies sich als idealer Austragungsort. Die Organisation des Turniers unter Federführung von Wolfgang Hornung und Reiner Schulz klappte wie am Schnürchen. Auch die hohe Teilnehmerzahl (zwei Mannschaften mehr als im Vorjahr!) brachte die Turnierleitung, unterstützt von ,,WinSwiss'', nicht aus der Ruhe.