Hauptversammlung im Schachbezirk:
Die große Reform fällt aus

Eine richtungsweisende Hauptversammlung des Schachbezirks Oberfranken ist in Helmbrechts über die Bühne gegangen. Die wichtigste Entscheidung der Delegierten aus 60 von 75 Vereinen: Die geplante Reform der Schachkreise findet nicht statt.

Lange zog sich die Diskussion über das Für und Wider einer Strukturreform hin, die auch der Ehrengast - Dr. Klaus-Norbert Münch, Präsident des Bayerischen Schachbunds - mit Interesse verfolgte. Hintergrund: In Oberfranken gibt es sechs Schachkreise. Einige davon, unter anderem der Schachkreis Bayreuth, sind kaum mehr überlebensfähig; ihr Spielbetrieb und ihre Organisation stehen nur noch auf wackligen Füßen. Deshalb startete der Bezirksverband eine Initiative, um Fusionen von Schachkreisen zu forcieren. Ziel der Verbandsoberen war die Bildung von nur noch zwei Kreisen - einem im Osten und einem im Westen Oberfrankens. Ein Gegenvorschlag, den der Schachkreis Hof vorlegte, sah eine Reduzierung auf vier Kreise vor. Nach kontroverser, aber sachlicher Debatte kam es zur Abstimmung: Die Zwei-Kreis-Lösung fand nicht die Zweidrittel-Mehrheit, die für die entsprechende Satzungsänderung notwendig gewesen wäre. Der Vier-Kreis-Vorschlag wurde daraufhin zurückgezogen.
Somit bleibt es weiterhin bei sechs Schachkreisen. In der Versammlung kristallisierte sich jedoch heraus, dass es in absehbarer Zeit ohnehin zur Reduzierung der Schachkreise kommen dürfte. Als wahrscheinlich gilt, dass sich die Vereine aus dem Schachkreis Bayreuth dem Schachkreis Hof anschließen.
Einen Abgang musste der Schachkreis Bayreuth schon in der Versammlung hinnehmen: Der Schachclub Hollfeld wechselt in den Schachkreis Bamberg und bildet künftig eine Spielgemeinschaft mit dem Schachclub Memmelsdorf. Damit ergeben sich Verschiebungen im Spielbetrieb: In der Bezirksliga II Ost wird ein Platz frei; das angesetzte Relegationsspiel zwischen Marktleuthen II und Kulmbach II ist somit hinfällig - beide Mannschaften spielen ab September in der zweiten Ost-Liga, die weiterhin zehn Teams umfasst. Zwölf Mannschaften - inklusive Hollfeld - sind dagegen in der Bezirksliga II West versammelt.
Die Kämpfe in der Bezirksliga I und den beiden zweiten Ligen beginnen auch in Zukunft sonntags um 9 Uhr. Ein Antrag, den Wettkampfbeginn auf 10 Uhr zu verlegen, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Aus den Berichten der Referenten ging unter anderem die Mitgliederentwicklung im Schachverband hervor: Demnach ist seit 1994 eine Stagnation bei den Mitgliederzahlen im Erwachsenenbereich festzustellen; dem steht jedoch eine Zunahme bei den Jugendlichen entgegen.
Die Sitzung zog sich über insgesamt fast sieben Stunden hin, weil Diskussionen über das Protokoll der Versammlung 2002 sowie über Fragen der Entlastung und des Sitzungsablaufs breiten Raum einnahmen. Für die Verantwortlichen um Präsident Hans Blinzler aus Kronach gab es aber auch angenehme Pflichten: Bernd Roth, seit 20 Jahren Spielleiter im Schachkreis Marktredwitz/Stiftland, wurde mit der goldenen Ehrennadel des Bezirks ausgezeichnet.
(aus der Frankenpost)