Laudatio
zum 80. Geburtstag des BVO-Ehrenpräsidenten Ludwig
Schirner,
gehalten vom BVO-Präsidenten Hans Blinzler
am 23.08.03 in Hochstadt, Katzogelhalle
Lieber Guter Ludwig,
liebe Gäste,
im Namen des Bezirksverbands Ofr. im Bayer.
Schachbund gratuliere ich unserem verdienten Ehrenpräsidenten Ludwig Schirner,
besser: unserem Guten Ludwig, hiermit ganz herzlich zu seinem heutigen 80.
Geburtstag. Lieber Guter Ludwig, wir wünschen dir Gesundheit – und auch noch
viel Freude für die dir verbleibenden Lebensjahre.
Ich will dir als meinem langjährigen, hoch
verdienten Vorgänger im Amt des Schachbezirks-Präsidenten jetzt keine
umfassende Laudatio halten. Das habe ich bereits letztes Jahr bei der
Amtsübergabe ganz ausführlich tun dürfen, aber heute sind wir Schachspieler
nicht unter uns und es warten noch viele Gratulanten. Deshalb will ich – für
meine Vorstandskollegen gleich mit – dir heute neben dem Glückwunsch nur noch
ein paar Gedanken zu deinem Ehrentag überbringen.
Dein Schachfreund K.h. Hüttinger hat dich ja gestern
im Fränkischen Tag wieder ganz hervorragend gewürdigt und deine Schach-Vita
lückenlos dargestellt
(Seite zeigen)
Die Schlagzeile zu deinem Artikel lautet
„Schachmatador“ wird morgen 80 Jahre alt“.
Ein Matador ist bekanntlich – ich habe aber sicherheitshalber noch mal in der neuesten Duden-Ausgabe nachgeschaut, zunächst mal ein spanischer Stierkämpfer. Wenn du, lieber Guter Ludwig, auch schon sehr viele Ämter und Funktionen bekleidet hast, das warst du glaub´ ich noch nicht. Aber unser Karlheinz hatte doch recht, denn als Zusatz steht noch im Duden, in freier Bedeutung bedeutet Matador auch „die Hauptperson“. Und die, liebe Festgäste, die Hauptperson, die war unser Guter Ludwig immer gewesen im Kreisverband und dann auch bald im oberfränkischen Schach, schon früh nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft, wo unser Jubilar auch zum Königlichen Spiel kam. Du hast von Anfang an immer Führungsaufgaben übernommen, lieber Ludwig, und, das zeichnet dich unter sehr vielen führenden Leuten besonders aus, du hast deine Ämter nicht einfach abgegeben, wenn du neue Funktionen bekamst oder meintest, aus Altersgründen kürzer treten zu müssen, du hast dich immer darum gesorgt, dass deine Nachfolge vorher geregelt war.
Führung hieß für dich immer vor allem auch
Verantwortung für die Sache tragen.
Von Hildegard von Bingen, der großen deutschen
Mystikerin des 12. Jahrhunderts, stammt ein Ausspruch über gute Führung, der
mir in Bezug auf unseren Jubilar sehr gut gefallen hat.
Sei Sonne durch deine Lehre,
sei Mond durch deine Anpassungsfähigkeit,
sei Wind durch straffe Führung,
sei Luft durch deine Milde,
sei wie ein Feuer durch die schöne Rede deiner Unterweisung.
Sei Sonne durch deine Lehre:
Sonne warst du uns lange Zeit durch deine
Vorbildfunktion im Schachkreis und Schachbezirk.
Sei Mond durch deine Anpassungsfähigkeit:
Deine Anpassungsfähigkeit hat sich immer wieder bei
Neuerungen im Schach gezeigt, die du stets kritisch geprüft und dann sehr
geschickt umgesetzt hast, ich erwähne hier nur die Einführung von Schnellschach
und später Seniorenschach, wo du schließlich federführend bis auf deutsche
Ebene wurdest.
Sei Wind durch straffe Führung:
Straffe Führung war dann und wann auch nötig in
einem Verband mit über 2000 Mitgliedern, und Schachspieler sind fast immer auch
große Individualisten! Ich denke da z. B. an Kongresse, die wegen nachfolgender
Turniere unter Zeitdruck standen, du hast die Zeit geschafft, ohne dass wir
irgendwas von Eile dabei merkten.
Sei Luft durch deine Milde:
Deine Milde spürten wir immer dann, wenn du Sätze
mit „aber meine lieben Freunde...“ begannst, man konnte gar nicht anders als
deinen milden Vorschlägen zuzustimmen.
Sei wie ein Feuer durch die schöne Rede deiner Unterweisung:
Wie ein Feuer konntest du auch sein, in deinen Reden,
wenn es galt, uns überzeugen zu müssen. Aber es war bei unserem Guten Ludwig
immer eher ein stilles Feuer, das fortwährend brannte, ein Feuer für die
Menschen in seiner Umgebung, für die Sachen, wovon er überzeugt war wie eben
vor allem auch vom Schachsport.
Ein Feuer, von dem wir vom Bezirksverband
Oberfranken wünschen, dass es noch lange weiterbrennen solle, an dem sich nach
wie vor viele Menschen erwärmen können.
Noch mal unser aller herzlichen Dank und alles Gute
für die Zukunft sowie ein kleines Geschenk.