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Bezirk Oberfranken Bald wieder Schach im Fernsehen!
20.07.2006 von Jan Fischer

Einsatz für TV-Präsenz offenbar erfolgreich

Der Schachsport kehrt mit Sondersendungen ins Fernsehen zurück: Der WDR hat angekündigt, dass er zum Ende dieses Jahres in seinem dritten Programm ausführliche Beiträge zum Duell zwischen Wladimir Kramnik und Deep Fritz ausstrahlen wird. Das ergab eine Anfrage von Jan Fischer, dem Referenten für Öffentlichkeitsarbeit im Schachbezirk Oberfranken.

In einer Stellungnahme bestätigt WDR-Sprecher Michael Hirz die Tatsache, dass sich alle Fernsehsender außer dem WDR längst aus der Schachberichterstattung zurückgezogen hatten. „Das liegt daran, dass Publikumsinteresse keine statische Größe ist. Dem müssen wir dadurch Rechnung tragen, dass wir immer wieder alle unsere Programmangebote auf den Prüfstand stellen.“ Dies gelte umso mehr als die finanziellen Möglichkeiten deutlich geringer seien als früher.

Der WDR weist in der Mitteilung darauf hin, dass das Internet dem Fernsehen bei der Schachberichterstattung längst den Rang abgelaufen habe. „Im Internet hat sich eine aufmerksame Gemeinde versammelt, die die großen Schach-Event kenntnisreich verfolgt.“ Vor dieser Entwicklung könnten die Verantwortlichen des Senders nicht die Augen verschließen. Und doch hat der WDR eine gute Nachricht für alle Schach-Fans parat: „Wir werden uns nicht aus der Schachberichterstattung zurückziehen.“ Erst vor kurzem sei beschlossen worden, Ende des Jahres das Spiel Wladimir Kramnik gegen Deep Fritz in einer längeren Sendung zu dokumentieren. Zusätzlich wird das mit Spannung erwartete erneute Duell „Mensch gegen Computer“ noch in kürzeren Berichten begleitet.
Der WDR-Sprecher abschließend: „Weitere Überlegungen im Hinblick auf Schach sind noch zu wenig konkret, um sie schon anzusprechen.“ Aber: „Es wird nicht bei diesem einen Event bleiben.“

Rückblende: Im August 2005 hatte im Schachbezirk Oberfranken eine Aktion ihren Ausgangspunkt, die sich für die TV-Präsenz des Schachs stark machte. Nach dem Aus der Sendung „Schach der Großmeister“, die der WDR seit 1983 federführend übertragen hatte, setzten sich zahlreiche Denksportler aus ganz Deutschland in Briefen und E-Mails an den WDR für eine Weiterführung der Schachberichterstattung im Fernsehen ein. Sogar ein Homepage http://www.rettethortundpfleger.de wurde ins Leben gerufen, weil die Moderatoren Dr. Helmut Pfleger und Vlastimil Hort über die Jahre – wie die Sendung – weit über die Schach-Szene hinaus Kult-Status erreicht hatten. Auch auf den Internet-Seiten des Schachbezirks Oberfranken (www.schachbezirk-oberfranken.de) stiegen die Zugriffszahlen; in einem Forum wird hier nach wie vor über die Zukunft des Schachs im Fernsehen diskutiert.

Jan Fischer wertet die positive WDR-Mitteilung als einen Erfolg der Bemühungen der deutschen Schachfreunde um die TV-Präsenz ihrer Randsportart. „Gerade im Hinblick auf die Schacholympiade 2008 in Dresden ist es wichtig, dass die Sportart Schach verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. Und das ist mit dem Medium Fernsehen am besten und effektivsten machbar.“
Auf seine Anfrage bei den Fernsehanstalten der ARD erhielt Fischer mehrere Antworten. Ein Sprecher des Südwestrundfunks etwa schrieb von der Möglichkeit von Berichten im Umfeld der Schach-Olympiade 2008 – „auch dann wieder mit Blick auf regionale Aspekte“.
Fazit: In den dritten Programmen der ARD wird Schach wohl auch in den kommenden Jahren des Öfteren auftauchen. Im Hauptprogramm der ARD („Das Erste“) wird es – wie eine Sprecherin bestätigte – hingegen keine Rolle spielen. Zumindest seien derzeit keine Sondersendungen oder Specials geplant.


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