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Bezirk Oberfranken Mitgliederversammlung in Kulmbach
18.06.2007 von Jan Fischer

Ganz im Zeichen hoher Ehrungen stand die Mitgliederversammlung des
Schachbezirks Oberfranken in Kulmbach.

KULMBACH - Der Schachklub 1907 Kulmbach war - im Jahr seines 100-jährigen
Bestehens - Gastgeber der Mitgliederversammlung, die im
Mönchshof-Klosterkeller stattfand. Bei der Beteiligung verbuchte der
Bezirksverband allerdings einen Minusrekord: Nur 36 von 69 oberfränkischen
Schachvereinen waren vertreten.
Bewegender Höhepunkt der Sitzung war die Verleihung des
Ludwig-Schirner-Ehrenpreises. Erstmals vergab der Schachbezirk diese
Auszeichnung in Erinnerung an Ludwig Schirner, den Ehrenpräsidenten des
Bezirksverbands, der vor eineinhalb Jahren verstorben war. Sie solle, so
führte Präsident Tom Carl aus, Persönlichkeiten würdigen, die sich zeit
ihres Lebens um den Schachsport verdient gemacht hätten. Die Familie von
Ludwig Schirner sei um Zustimmung zu dem Preis gefragt worden; diese sei
gerne und unter Freudentränen erteilt worden. "Das hätte Ludwig so gewollt."

Der erste Ehrenpreis ging an Robert Zach, einen rührigen Schachspieler vom
SK Seubelsdorf, der vor einem Jahr verstorben ist. Er habe sich, so Carl in
seiner Laudatio, für die Jugendarbeit engagiert und um viele vermeintliche
Kleinigkeiten im Schachklub gekümmert. Zudem habe Zach bis zu kurz vor
seinem Tod stets der Seubelsdorfer Mannschaft zur Verfügung gestanden.
Deshalb sei die Würdigung posthum ein Zeichen der Anerkennung für so viel
Idealismus.
Hans Richter, Vorsitzender des SK Seubelsdorf, versicherte, er werde die
Trophäe gerne an Zachs Witwe weiterreichen. Er erinnerte daran, dass Zach
nicht umsonst im Verein "guter Robert" genannt worden sei, in Anlehnung an
den Beinamen "guter Ludwig" für Ludwig Schirner. In den Kreisen der
Jugendlichen sei Zach nur als "Herr Schach" bekannt gewesen; eine höhere
Auszeichnung könne es für einen Jugendbetreuer kaum geben.
Zudem ernannte die Versammlung zwei verdiente Funktionäre zu
Ehrenmitgliedern. Reinhard Bucka vom Schachclub Bamberg hatte 25 Jahre das
Amt des Schriftführers ausgeübt. Er sei dabei stets zuverlässig und schnell
gewesen, lobte Tom Carl. Das zweite neue Ehrenmitglied ist Hans-Gottfried
Gäbler von den Schachfreunden Kirchenlamitz; er ist zudem auch frisch
gebackener Ehrenspielleiter des Bezirks. Gäbler hatte jahrelang die
Funktionen des Bezirksjugendleiters und des Bezirsspielleiters bekleidet,
zuletzt war er Vizepräsident.
Damit aber noch nicht genug der Ehrungen: Den Jugendpreis des
Bezirksverbands erhielt die Schachabteilung des FC Marktleuthen. Dort werde,
vor allem durch Stefan Nürnberger, hervorragende Jugendarbeit betrieben,
sagte Bezirksjugendleiter Markus Bergmann. Zudem seien die Marktleuthener
Nachwuchsspieler auch bei zahlreichen Turnieren und Meisterschaften
vertreten. Der Jugendpreis ist mit 200 Euro dotiert.
Die Versammlung, die in nur zwei Stunden reibungslos über die Bühne ging,
hatte sich darüber hinaus lediglich mit einem Antrag zu beschäftigen. Es
galt, die Turnierordnung in einigen Punkten zu überarbeiten. Die wichtigste
Änderung: Das oberfränkische Meisterturnier wird künftig nicht mehr in neun
Runden, sondern in sieben Runden ausgetragen.
Zu Beginn der Mitgliederversammlung hatte Schachklub-Vorsitzender Alvin
Krämer die Delegierten willkommen geheißen. Ehrenpräsident Hermann Nemmert,
stellte in einem kurzen Grußwort den hohen Stellenwert der Jugendarbeit im
Schach heraus.


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