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Bezirk Oberfranken Schachbezirk belohnt Jugendarbeit
03.08.2007 von Jan Fischer

AUSZEICHNUNG IST MIT 200 EURO DOTIERT
Preis des Schachbezirks belohnt Jugendarbeit

Der Jugendpreis 2007 des Schachbezirks Oberfranken geht an die Schachjugend
des 1. FC Marktleuthen. Beim Trainingslager in Bamberg wurde jetzt die
Auszeichnung übergeben.

Stefan Nürnberger, Cheforganisator des Trainingslagers in der Jugendherberge
"Wolfsschlucht", hatte ein detailliertes, abwechslungsreiches Programm
ausgetüftelt. Und doch gelang es, ihn zu überraschen: Dass Marktleuthen den
Jugendpreis erhalten würde, wusste Nürnberger bereits - von der Übergabe im
Trainingslager aber ahnte er nichts. Einige wenige Eingeweihte hatten das
wohlgehütete Geheimnis für sich behalten.
Die Vorgeschichte: Seit dem vergangenen Jahr vergibt der Schachbezirk, zu
dem 69 oberfränkische Vereine mit 2000 Schachspielern gehören, alljährlich
einen Jugendpreis. Damit soll herausragende Jugendarbeit gewürdigt werden;
gleichzeitig soll der Preis auch ein Ansporn für andere Verein sein, es dem
ausgezeichneten Klub gleich zu tun und Kinder und Jugendliche an den
Denksport heranzuführen. Im Jahr 2006 erhielt der Kronacher Schachklub den
Jugendpreis, der mit 200 Euro dotiert ist.
Nun, im Frühjahr, bildete sich eine Kommission, der die Jugendleiter des
Bezirksverbands und der Schachkreise angehörten. Mit großer Mehrheit sprach
sich die Jury dafür aus, den Jugendpreis an die Schachabteilung des 1. FC
Marktleuthen zu vergeben. Bei der Bekanntgabe des Preisträgers Mitte Juni
hatte Helmut Küspert, stellvertretender Jugendleiter in Marktleuthen, gleich
darauf verwiesen, wem der Preis zu verdanken ist: "Damit wird die Arbeit von
Stefan Nürnberger ausgezeichnet."
Stefan Nürnberger hatte im Mai aus gesundheitlichen Gründen das Amt des
Jugendleiters niedergelegt (wir berichteten); sein Nachfolger ist Mark
Lorenz. Der 31-Jährige hatte aber angekündigt, das Trainingslager in Bamberg
- wie in den vergangenen Jahren - federführend zu organisieren.
Nun, zu Beginn der Sommerferien, nahmen elf Jugendliche im Alter zwischen
zehn und 17 Jahren an dem dreitägigen Trainingslager teil. Wiederum wurden
Schach, Spaß und soziale Aspekte miteinander verknüpft.
Ein Höhepunkt war die Preisverleihung am zweiten Abend. Thomas Carl aus
Weidhausen, Präsident des Schachbezirks, war dazu eigens nach Bamberg
gekommen. Er lobte die engagierte Jugendarbeit in Marktleuthen, die vor
allem auch die Handschrift von Stefan Nürnberger trage. Zuletzt habe
Nürnberger bei der Regionalkonferenz und in der Akademie der Deutschen
Schachjugend seine Ideen zur Jugendarbeit im Schach vorgestellt. Der
Marktleuthener Nachwuchs sei aber auch bei zahlreichen Meisterschaften und
Turnieren vertreten - und dabei nicht selten erfolgreich. Die Mannschaften
aus der Egerstadt hätten auf oberfränkischer Ebene mehrmals für Furore
gesorgt, erst in diesem Jahr mit dem Titelgewinn in der U
20-Bezirksoberliga. Carl überreichte Nürnberger unter dem Applaus der
Jugendlichen und der anderen Betreuer eine Urkunde und einen Scheck über 200
Euro.
Nürnberger zeigte sich überrascht und gerührt zugleich. Er versprach, das
Preisgeld sinnvoll für die Jugendarbeit einzusetzen.
Der Bezirksverband ist im Übrigen nicht die einzige Institution, die die
Marktleuthener Schachjugend mit einem Zuschuss bedacht hat. Die Bayerische
Schachjugend unterstützte zum wiederholten Mal das Trainingslager in
Bamberg. Und die Deutsche Schachjugend, die jährlich nur vier Projekte
bundesweit fördert, sagte eine "Finanzspritze" von 150 Euro zu.
Drei Tage lang ging es im Trainingslager um Eröffnungen Endspiele und
Strategien, aber auch um Fußball, Tischtennis und Minigolf. Die Mischung kam
auch dieses Mal wieder bestens an bei den Jugendlichen, die neben
zahlreichen Unterlagen auch ein Foto, eine Bilder-CD und eine
"Trainingslager-Zeitung", die vor Ort entstanden war, mit nach Hause nehmen
konnten.
Den Abschluss des Trainingslagers bildete ein vielfältiger Schach-Test an
elf Stationen. Dabei mussten die Teilnehmer nicht vorrangig ihr
denksportliches Können beweisen, sondern durften Fragen zum Schach
beantworten, Räuberschach spielen oder Positionen aus dem Gedächtnis
aufbauen. Die Entscheidung war denkbar knapp: David Mokry sicherte sich mit
nur einem Punkt Vorsprung vor Jonas Zeidler und Vorjahressieger Sven Küspert
den ersten Platz.

Jan Fischer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit


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