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Bezirk Oberfranken Mitgliederversammlung des BVO 2005
24.04.2005 von Alvin

Spannung und sachliche Diskussionen bei Bezirksversammlung


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Spielgemeinschaften bleiben erhalten. Sechs Vereine im Bezirksverband Oberfranken dürfen aufatmen: Die drei Spielgemeinschaften in unseren Ligen bleiben bestehen. Das war das wohl wichtigste Ergebnis der Mitgliederversammlung 2005 in Ebersdorf-Frohnlach, die in großer Sachlichkeit in nicht einmal vier Stunden über die Bühne ging.
Wie zu erwarten war, nahm die spannungsgeladene Diskussion um die Spielgemeinschaften (SG) den meisten Raum ein. Die Mitgliederversammlung 2004 hatte überraschend die Abschaffung der SG zur Saison 2005/06 beschlossen. Nun lagen den Delegierten aus 50 von 73 Vereinen nicht weniger als fünf Anträge vor, die diesen Beschluss kippen wollten. Das Vorhaben gelang nach reger Diskussion: 35 Stimmen gab es für die Anträge, 27 dagegen bei drei Enthaltungen.
Damit schloss sich die Mehrheit dem abschließenden Appell von Stefan Koch (Kirchenlaibach) an, nicht dogmatisch, sondern pragmatisch zu überlegen. Die Gegner der SG wie Franz Geisensetter, Sonneberg („Schon die Gründung von SG ist Wettbewerbsverzerrung“) konnten sich nicht durchsetzen. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Jugendarbeit; fünf SG-Vereine halten kein Jugendtraining, stellte Hans Neuberg (Kronacher SK) fest. Bernd Roth von der ATG Tröstau hielt dem entgegen, dass es ohnehin immer schwerer werde, Schachmannschaften zu unterhalten. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage seien viele Spieler gezwungen, die Region zu verlassen. Nur nebenbei sei erwähnt, dass der SV Neustadt, der im vergangenen Jahr den „Frustantrag eines Absteigers“ (Karl-Heinz Hein) zu den SG gestellt hatte, diesmal nicht vertreten war.
Eine „Kampfabstimmung“ gab es auch bei einem weiteren Antrag aus den Reihen der erweiterten Bezirksvorstands. Mit 30:25 Stimmen beschloss die Versammlung die Erhöhung der Bußgelder für Spielabsagen. Die Mindestsumme wurde von 25 auf 50 Euro erhöht; bei einer verspäteten Absage bis einen Tag vorher sind künftig 75, nicht mehr 50 Euro fällig.
Klar war das „Ja“ zum Antrag des Kronacher SK. In Zukunft gilt eine neue Festspiel-Regelung in Oberfranken: Erst mit dem dritten (bisher zweiten) Einsatz spielt man sich in der höheren Mannschaft fest. Das Ansinnen, den Spielbeginn der Bezirksligen auf 10 Uhr zu verlegen, diesmal vorgebracht von der SpVgg Wunsiedel, wurde wie schon 2004 abgelehnt. Eine Mehrheit fanden auch zwei weitere Anträge des erweiterten Vorstands: Alle Bretter müssen, so weit möglich, namentlich gekennzeichnet werden. Und nach einer Spielabsage müssen beide Mannschaften Aufstellungen melden. Schließlich hatte auch die SG Sonneberg Erfolg mit ihrem Antrag, dass die DWZ aller Spieler einmal jährlich in der Rochade Europa veröffentlicht werden sollen.
Am Beginn der Versammlung war die Ehrung für einen verdienten Funktionär gestanden: Hans-Gerhard Neuberg erhielt die goldene Ehrennadel des Bezirksverbands angesteckt. Der Kronacher habe das Wertungssystem in Oberfranken aufgebaut, sagte Präsident Hans Blinzler in seiner Laudatio. Noch zu Zeiten der „Ingo-Zahlen“ habe der Geehrte die Wertungszahlen ermittelt, dafür sogar eigens mit Basic programmiert, damit es schneller ging. Neuberg war über viele Jahre hinweg Wertungs- und Mitgliederreferent des Bezirksverbands und im vergangenen Jahr aus dem erweiterten Vorstand ausgeschieden. Zu der Gold-Nadel bekam er noch eine handgeschriebene Urkunde.
Aus den Berichten ging die Vielfalt des Schachs in Oberfranken hervor. So berichtete Präsident Blinzler, der Aufbau einer Chronik für den Bezirksverband habe begonnen. Bezirksspielleiter Reiner Schulz nahm diverse Siegerehrungen vor und wies auf die neuen Fide-Regeln hin. Diese sehen unter anderem einen Partieverlust schon beim erstmaligen Handyklingeln im Turnierareal vor. Und: Züge dürfen nicht mehr vor ihrer Ausführung notiert werden. Nur Positives wusste Schatzmeister Karl-Heinz Hein zu berichten: „Wir stehen auf gesunden und sicheren Füßen.“ Positiv auch das Fazit von Jugendleiter Wolfgang Siegert: „Es geht aufwärts mit dem Jugendschach im Bezirk.“ In der Mitte einer Amtszeit des erweiterten Vorstands stand diesmal nur eine Wahl auf der Tagesordnung: Für den zurückgetretenen Kassenprüfer Oskar Wagner wurde Gert Schillig gewählt, der für die Organisation der Mitgliederversammlung in der Kultur- und Sporthalle in Frohnlach viel Lob einheimste.
Die Mitgliederversammlung war eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszublicken. DSB-Kassenprüfer Ingo Thorn (Coburger SV) erklärte: „Die Schach-Olympiade 2008 ist finanziell nicht gesichert.“ Thorn, auch erster Bundesspielleiter des Bayerischen Schachbunds, wies ferner darauf hin, dass ein Lehrgang für Mannschaftsführer in Sachen Regelkunde geplant sei. Hans-Ulrich Herdin (Kronacher SK) machte Werbung für einen Schiedsrichter-Lehrgang, bei dem auch eine Verlängerung des Übungsleiter-Scheins möglich ist. Termin: 18. und 19. Juni; der Ort ist noch offen. Herdins Ziel: „Ich möchte dafür mindestens 15 Anmeldungen.“
Ein Termin für das kommende Jahr steht ebenfalls bereitsfest: Am 21. Mai 2006 findet die nächste Mitgliederversammlung in Bindlach statt – dann wieder mit Wahlen des erweiterten Vorstands. Sogar die Mitgliederversammlung 2007 ist bereits vergeben: Der SK Kulmbach wird sie zu seinem 100. Jubiläum ausrichten.

Jan Fischer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit


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