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Bezirk Oberfranken Auszeichnung für Hans-Gottfried Gäbler
29.09.2007 von Jan Fischer

Außergewöhnliche Auszeichnung für Hans-Gottfried Gäbler: Der Kirchenlamitzer Schach-Pionier ist vom Schachbezirk Oberfranken zum Ehrenspielleiter und Ehrenmitglied ernannt worden.

Der Präsident des Schachbezirks, Thomas Carl aus Weidhausen, war dazu eigens zur Jahreshauptversammlung der Schachfreunde nach Kirchenlamitz gekommen. „Es ist Zeit geworden für diese Ehrung“, betonte er. Denn Hans Gäbler habe viel für den Denksport in Oberfranken getan. Von 1986 bis 1994 war der Kirchenlamitzer Bezirksjugendleiter, von 1994 bis 2002 Bezirksspielleiter, bis 2006 Vize-Präsident des Bezirksverbands. Für diese 20-jährige Tätigkeit in herausragenden Positionen habe er, Carl, vorgeschlagen, Gäbler zum Ehrenspielleiter und Ehrenmitglied zu ernennen – eine Auszeichnung, die im Schachbezirk nur äußerst selten vergeben wird. Die Bezirksversammlung im Juni habe dies auch einstimmig beschlossen.

Der 38-jährige Präsident des 2000 Mitglieder umfassenden Bezirksverbands erinnerte sich an seine eigene Jugendzeit: „Als ich zum Schach gekommen bist, warst du der Spielleiter.“ Sechs Jahre lang habe er dann mit Gäbler im Bezirksvorstand zusammengearbeitet – und dabei Charakterzüge kennen gelernt, die man heutzutage nicht überall finde: „Wir haben uns immer in der Sache gestritten, konnten uns immer die Hand geben hinterher.“ Das sei wichtig und richtig: Denn unterschiedlicher Meinung dürfe man durchaus sein, nur solle daraus kein persönlicher Zwist entstehen.

Zweiter Bürgermeister Thomas Schwarz dankte Gäbler für die geleistete Arbeit zum Wohl der Stadt. „Schach in Kirchenlamitz und der Name der Hans Gäbler sind untrennbar verbunden.“ Der Stadt seien kleine Vereine ebenso wichtig wie die großen. Kirchenlamitz habe ein breit aufgestelltes Angebot – denn ein reges Vereinsleben sei wichtig für die Gemeinde.

Jan Fischer – neben Hermann Koeppel Vorsitzender der Schachfreunde – erinnerte daran, dass Hans-Gottfried Gäbler den Verein 1978 gegründet habe; 28 Jahre sei er dessen Vorsitzender gewesen. Die Schachfreunde hätten ihn 2003 zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem habe Gäbler über viele Jahre an der Spitze des Schachkreises Hof gestanden.

Der so Gelobte und Geehrte bedankte sich herzlich. Dass Schach eine Art Lebenshilfe sei, werde zu wenig erkannt, bedauerte der 72-Jährige, der erst mit 37 Jahren zum Denksport gekommen war. „Man sollte in der Öffentlichkeit bekannter machen, was Schach bedeutet.“ Junge Menschen zum königlichen Spiel zu bringen, sei immer sein Hauptanliegen gewesen; ganz nebenbei habe er auch seine Frau Gisela und seine Tochter Gundula fürs Schach begeistern können. Die schwierigste Aufgabe als Funktionär sei der Jugendleiter gewesen. Aufwendig sei zu seiner Zeit als Spielleiter der Versand der Rundschreiben gewesen: „Jedes Exemplar wurde einzeln gefaltet und per Post verschickt.“ Nun, nach jahrzehntelanger Tätigkeit in mehreren herausragenden Positionen, habe er aus familiären Gründen auf seine Ämter verzichten müssen.

Anschließend stießen die Mitglieder und Ehrengäste mit Hans-Gottfried Gäbler auf die Ehrung an. Bei einem Imbiss und Getränken saß die Runde noch länger zusammen. Und zu späterer Stunde baute Hans Gäbler das Brett mit den 64 Feldern und 32 Figuren auf und erzählte von seinem neuestem Hobby – dem „Telefonschach“.


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