Oberfränkische Schachtage 2005
02.-06.01.2005
Frankenakademie "Schloss Schney"
Webmaster
© by Klaus Steffan
aktualisiert am 04. Jan 05 14:09

Turnier-Splitter von Jan Fischer

Der 3. Tag…

Stürmisch: „Die Ruhe vor dem Sturm“, hieß es bei Insidern am Montagabend. Denn am Dienstagmorgen kamen mehrere dutzend Kinder in Schney an. Von diesem Moment an waren die oberfränkischen Schachtage komplett, und es war (noch) mehr Leben in der Schloss-„Bude“. Vom Jüngsten (5 oder 6 Jahre) bis zum Ältesten (75) spielen jetzt alle unter einem Dach…

Blitz-Entscheidung: Heute - am späten Abend - wird feststehen, wer der beste „Spaß-Blitzer“ von Schney ist. Nach zwei von drei Durchgängen liegt Jugendleiter Wolfgang Siegert knapp in Führung, vor U18-Spitzenreiter Alexander Öhrlein. Wolfgang wollte heute ursprünglich einen ruhigen, blitzfreien Abend verbringen. In Kenntnis des verheißungsvollen Zwischenstands beschloss er jedoch kurzerhand: „Da muss ich doch mitspielen…“

Sportlich: Wie kann man sich die Übernachtungskosten sparen? Da gibt’s im Prinzip zwei Möglichkeiten. Die eine wird von manchen Teilnehmern praktiziert: Sie pendeln täglich per Auto zwischen der Heimat und Schney hin und her. Wie’s auch anders geht, beweisen zwei Jugendliche aus Zapfendorf. Sie sind per Zug nach Lichtenfels gefahren, im Gepäck ihre Fahrräder. Per Rad ging’s dann in den Ortsteil Schney. Und am Ende des Tages schwingen sich die Zwei wieder auf ihre Drahtesel und fahren die 17 Kilometer nach Zapfendorf nach Hause. So funktioniert’s auch, liebe Pendler…

Spannung pur: Erst auf den letzten Metern fiel im „Quali“ die Entscheidung. Semen Urytskyy setzte sich mit einem Sieg an die Spitze; seine Konkurrenten Bodenschatz und Voigt remisierten und landeten auf den Plätzen zwei und drei. Das heißt: Es könnte sein, dass das Meister-Turnier im kommenden Jahr mit drei Mal Urytskyy reichlich ukrainisch-familiäres Flair bekommt…

Splitter-Finale: Nach drei von fünf oberfränkischen Schachtagen reist der Splitter-Autor nach Hause. Ich hoffe, Ihr besucht auch in den nächsten Tagen zahlreich diese Turnierseiten – so einen tollen, schnellen und aktuellen Service bekommt ihr von Meisterschaften in anderen Bezirken kaum geboten. Wer ein bisschen hinter die Kulissen schauen durfte, hat ein eingespieltes Team mit viel Freude und Engagement bei der ehrenamtlichen Arbeit erlebt. Karl-Heinz Hein, Reiner Schulz, Wolfgang Siegert und Klaus Steffan (ohne Rangfolge, einfach nach dem Alphabet) haben dafür gesorgt und werden bis zum 6. Januar dafür sorgen, dass in Schney alles reibungslos läuft. Prädikat: Meisterlich!

Der 2. Tag…

Schach mit Gefühl: Gefühlsregungen sind beim Spitzenschach die große Ausnahme. Bei den Kindern, die morgen anreisen, erlebt man das schon öfter: Teilnehmer, die jubelnd oder weinend aus dem Turniersaal rennen. Bei den Erwachsenen dagegen gilt eine geballte Faust bereits als emotionaler Ausbruch. In Schney haben wir bisher zwei außergewöhnliche Reaktionen gesehen. Spieler G. freute sich über einen Sieg derart, dass er sich an seinem Wasser verschluckte und strahlend, aber hustend den Saal verließ. Spieler U. feuerte nach einer Niederlage seine Brille vor sich auf den Tisch. Noch etwas heftiger – und wir hätten hier über echte Splitter berichten können…

Ausgetickt: Zumindest bei den Erwachsenen ist schon das digitale Zeitalter angebrochen. Die Uhren laufen voll automatisch – ohne Aufziehen, ohne Plättchen. Für viele Teilnehmer eine neue Erfahrung – deshalb gab’s von Wolfgang Siegert eine kleine Einführung. Dabei merkte man: Uhren-Programmieren geht fast wie Wäschewaschen: Programm einstellen, Zeit einstellen – und los…

Neues vom Handy: Immer wieder gern genommen: die Handy-Diskussion. Hier in Schney wird schon vor den Turniersälen darauf hingewiesen, dass die Handys bitte auszuschalten sind. So kann es gar nicht zu den in der Turnierordnung beschriebenen „Unsportlichkeiten“ kommen. Bisher gab’s auch kein ungebetenes Klingeln, Vibrieren oder Telefonieren. Dafür neue Gerüchte in Sachen Handy: Angeblich will die Fide schon zum 1. Juli ihre Regeln verschärfen. Absolutes Handyverbot, Partieverlust schon beim Vibrieren, heißt es aus gut informierten (Bindlacher) Kreisen. Ob’s stimmt…?

Bindlacher Spitzen: In Runde drei des Meister-Turniers kam es zum mit Spannung erwarteten Duell der „Jung-Bären“ aus Bindlach: Opitz kontra Bierhahn. Beide ließen sogar das Blitzturnier am Vorabend „sausen“, um sich vorzubereiten. Ein Bindlacher Experte (Name der Redaktion bekannt) gab per Telefon seinen Tipp ab: „Die Chancen stehen 50:50.“ Er sollte Recht behalten: Die Partie endete relativ schnell „in unklarer Stellung“ (O-Ton Bierhahn) mit einem Remis…

Die Meister-Frage: Wer wird oberfränkischer Meister? Ja, soll man denn als Referent für Öffentlichkeitsarbeit alles wissen…? Schon nach drei Runden hatte keiner im „Meister“ (und im „Quali“) mehr eine „weiße Weste“ – weder Internet-Favorit Andreas Wetscherek noch Titelverteidiger Arkady Urytskyy noch andere vermeintliche Meister in spe. Manche hoffen noch auf ein(en) Wunder. Mit Prognosen halten wir uns an dieser Stelle vornehm zurück…

Der 1. Tag…

Anziehungspunkt Schney: Über 120 Teilnehmer werden die oberfränkischen Schachtage auch in diesem Jahr wieder zum „Event“ machen. Gestern starteten 38 Jugendliche und 46 Erwachsene. Weitere 40 Kinder sind vorangemeldet, sie reisen in den nächsten Tagen an. Erfreulich, dass die Teilnehmerzahl bei den Erwachsenen gestiegen ist.  Meister- und Quali-Turnier versprechen viel Spannung. Und erste Überraschungen in der ersten Runde blieben nicht aus. 

Re-Start: Eine Partie im „Meister“ begann gleich zwei Mal. Beim ersten Mal standen die Figuren falsch – also ging’s noch mal von vorne los. Schachspieler nehmen’s eben gerne genau. Regel ist Regel…

Auf dem letzten Drücker: Einige Kurzentschlossene meldeten sich erst heute Vormittag vor Ort an. Für einen Spieler machte unsere Bezirksverband kurzfristig die Teilnahme möglich: Gregor Schwartz aus Pegnitz hatte seit Jahren kein Turnier mehr gespielt, war bei Pegnitz/Creußen passiv gemeldet. Per Mausklick wurde er zum „Aktiven“ – und ging im „Quali“ als Nummer 23 ins Rennen…

Groß und Klein: Schön, dass auch ein paar junge Gesichter bei den Erwachsenen mitspielen. Georg Müller aus Höchstadt zum Beispiel sammelt im „Quali“ wertvolle Turnierpraxis. Der neunjährige Knirps bekam es in Runde eins ausgerechnet mit dem Marktleuthener „Riesen“ Manfred Rahn zu tun. Beim Duell des Größten mit dem Kleinsten siegte die Routine. Diesmal noch – irgendwann ist Georg der Größte…