Oberfränkische Schachtage 2006
02.-06.01.2006
Frankenakademie "Schloss Schney"
Webmaster
© by Klaus Steffan
aktualisiert am 09. Jan 06 05:59

Abschlussbericht

Schney 2006: Schachtage der Rekorde

Viktor Schindler holt Meisterschaft nach Hof

Die oberfränkischen Schachtage 2006 in Schney sind Geschichte – es waren fünf Tage mit Rekordzahlen, Spitzenschach und Top-Organisation. 162 Teilnehmer waren bei den Erwachsenen und der Jugend dabei – 39 mehr als im Vorjahr. Im stark besetzten Meisterturnier der Erwachsenen setzte sich Viktor Schindler durch, der nach zwölf Jahren Pause wieder den prestigeträchtigsten Bezirkstitel in die alte Schach-Hochburg Hof holte.

Das „Meister“

Dietze, Urytskyy, Breithut, Herdin, Weigand – Namen von Favoriten und Geheimfavoriten wurden etliche gehandelt vor dem „Meister“. Doch Viktor Schindler machte seinem Namen alle Ehre: Viktor – das ist Lateinisch und bedeutet „Sieger“. Der 47-Jährige, in der DWZ-Setzliste auf Platz zwei, erlaubte sich nur in der zweiten Runde eine Niederlage. Danach aber legte er eine beeindruckende Siegesserie von vier Punkten in Folge hin – das war der Grundstein für den Titelgewinn. Im Duell mit dem Topgesetzten Sebastian Dietze (SC Höchstadt) hielt Schindler ein Remis, ebenso gegen den Vorjahreszweiten Hans-Ulrich Herdin (Kronacher SK). Vor der Abschlussrunde hatte er bereits einen Zähler Vorsprung auf das übrige Feld. Ein Unentschieden im Finale genügte ihm zur Meisterschaft – und das holte er auch souverän. 6,5 Punkte standen am Ende für den Nachfolger von Alexander Opitz (TSV Bindlach-Aktionär), der diesmal nicht dabei war, zu Buche.

18 Teilnehmer fanden sich zum Meisterturnier der Erwachsenen zusammen, das mit neun Runden an fünf Tagen das härteste Programm bot. Eng ging es an der Spitze zu; Vizemeister wurde der Meister von 2004, Arkadiy Urytskyy (FC Konradsreuth) mit sechs Punkten. Für den Dritten Sebastian Dietze, der eine ganze Reihe von Spieler mit 5,5 Punkten anführt, reichte es wieder nicht zum „großen Wurf“. Gespannt durfte man sein, wie sich der jüngste Teilnehmer, der zwölfjährige Christian Küffner (SpVgg Wunsiedel) schlägt. Als krasser Außenseiter holte er zwei Remis und einen Sieg, allesamt gegen nominell überlegene Gegner.

Das „Quali“

Kurios verlief der Start der Schachtage: Peter Lengerer (Coburger SV) kam zu spät nach Schney, verlor damit seinen Platz im Meisterturnier. Dem Dauerteilnehmer im „Meister“ blieb diesmal nur die Teilnahme am „Quali“. Das Qualifikationsturnier – das Erwachsenen-Open der Schachtage – war mit 32 Spielern hervorragend besetzt. Zunächst aber spielte sich nicht Favorit Lengerer, sondern Günter Voss (SF Bad Steben) in den Vordergrund. Vier Siege holte er an den ersten beiden Tagen – die maximale Punkteausbeute. Doch am dritten Tag zeigte Voss Schwächen, verlor gegen Lengerer und erlaubte sich noch ein Remis in der letzten Runde. Lengerer hingegen kassierte bereits in Runde drei eine Niederlage gegen den späteren Zweiten Dr. Uwe Voigt (SV Seubelsdorf).

Das „Quali“ nahm denn auch – wie schon im Vorjahr – einen denkbar knappen Ausgang: Lengerer, Voigt und Voss lagen punktgleich (4,5) an der Spitze. Die Buchholz-Wertung musste entscheiden, und hier lag Peter Lengerer ein Pünktchen vor Voigt und eineinhalb vor Voss. Somit sicherte sich Peter Lengerer das Ticket für das Meisterturnier 2007. Doch noch ein Happy End für den Pechvogel des ersten Tages.

Die Jugend

Alexander Öhrlein verabschiedet sich als oberfränkischer Meister aus der Jugend. Der U18-Titelverteidiger vom TSV Bindlach-Aktionär sicherte sich den Titel. Nur eine Partie – ausgerechnet die letzte – musste er aufgeben, eine weitere spielte er Remis. Sein Vereinskamerad Andreas Potzel war es, der sich das Unentschieden gegen Öhrlein erkämpfte. Der Lohn für einen starken Auftritt im 13-Teilnehmer-Feld: Potzel erhält das zweite Ticket zur bayerischen Meisterschaft.

In der U16 sorgte Julia Backer (Kronacher SK) für klare Verhältnisse. Auch hier setzte sich die Topgesetzte durch. Matthias Stöcklein (TV Hallstadt) wurde Vizemeister. „Totes Rennen“ in der U14: Alexander Kuhlemann (SV Memmelsdorf), U12-Meister 2005, siegte hauchdünn vor Sven Küspert (FC Marktleuthen). Da sie nach Punkten und Buchholz gleichauf waren, musste die Sonneborn-Berger-Wertung entscheiden. Dennoch fahren beide zur „Bayerischen“. Unglücklicher Dritter, punktgleich mit den Erstplatzierten, war der Windheimer Fabian Lieb. 5,5 Punkte – wie fast alle Champions - hatte auch die Meisterin der U12, Yimeh-Stella Peng (Kronacher SK). Nur nach Buchholz war Jonas Zeidler (FC Marktleuthen) etwas schwächer. Johannes Pfadenhauer (Kronacher SK, U10) und Angles Jonas (U8) hießen die Meister bei den Kleinsten.

Nach den Meisterschaften im Turnierschach mit sieben harten Runden wurden, wie jedes Jahr, die Blitzmeisterschaften der Jugend ausgetragen. U18-Meister Alexander Öhrlein dominierte klar das „ältere“ Feld, er gab nur zwei Remis ab. Matthias Stöcklein  gewann, beflügelt durch seine starke Leistung bei der Meisterschaft, das U16-Blitz. Alexander Kuhlemann hatte in der U14 auch beim Blitzschach die Nase vorn. Jonas Zeidler wurde oberfränkischer Blitzmeister in der U12. Xiang-Tobias Peng (Kronacher SK) hieß der Sieger in der U10. Und ein weiteres Double gab es in der U8: Jonas Angles (SC Steinwiesen) war der jüngste Champion.

Das Drumherum

Die oberfränkischen Schachtage waren erneut hervorragend organisiert. Markus Bergmann als Schiedsrichter ergänzte heuer das bewährte Team Karl-Heinz Hein, Reiner Schulz, Wolfgang Siegert und Klaus Steffan. Die fünf Mitglieder des erweiterten Bezirksvorstands waren an allen fünf Tagen vor Ort in der „Franken-Akademie Schloss Schney“ und hatten durch die erfreulich hohe Teilnehmerzahl alle Hände voll zu tun. Doch das Drumherum, es klappte wieder wie am Schnürchen. Der enorme ehrenamtliche Einsatz wurde belohnt.

Den Teilnehmern wurde jeden Abend ein „Gaudiblitz“ als Rahmenprogramm geboten, und für die Daheimgebliebenen gab’s tagtäglich einen  aktuellen Service auf den Internet-Seiten des Schachbezirks, www.schachbezirk-oberfranken.de . Schney 2006 wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben.

Jan Fischer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit