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aktualisiert am 10. Jun 04 22:21

WUNSIEDLER ERFOLGE BEI DEUTSCHER SCHACH-MEISTERSCHAFT

Oliver Zier löst Ticket für Jugend-WM auf Kreta

Nur drei oberfränkische Nachwuchsspieler schafften den Sprung zu den deutschen Meisterschaften der Schachjugend in Willingen: Axel Heinz vom TSV Bindlach und zwei junge Wunsiedler, Verena und Oliver Zier. Und die Geschwister kamen mit Medaillen und Urkunden aus dem Sauerland zurück, hatten hervorragende Platzierungen erreicht. Oliver qualifizierte sich sogar gleich bei seiner ersten „Deutschen“ für die Jugend-Weltmeisterschaft.

WUNSIEDEL – Die deutsche Jugend-Meisterschaft war eine bestens organisierte Massenveranstaltung: Etwa 350 Teilnehmer kämpften in den Klassen von U10 bis U18 um Punkte und Platzierungen. Im Schlepptau hatten sie einen Betreuer- und Trainerstab, der zwischen den Runden mit ihnen die Partien analysierte und ausgefeilte Varianten besprach, um Schwächen noch an Ort und Stelle auszumerzen. Der Trainer von Verena und Oliver Zier, die bei der SpVgg Wunsiedel aktiv sind, kam aus der eigenen Familie: Der Blindenmeister Ludwig Zier begleitete seine Kinder, ebenso wie seine Frau Sabine.

Vor allem Oliver kam in der U10-Konkurrenz ganz groß raus. Das harte, kräftezehrende Turnier, an dem 88 Kinder aus ganz Deutschland teilnahmen, beendete er mit einem hervorragenden achten Platz. Damit gehörte er zu den ersten Zehn, die sich für die Weltmeisterschaft in Heraklion auf Kreta qualifizierten. Die WM wird vom 3. bis 14. November ausgetragen. Ob der junge Zier in Kreta teilnehmen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen und Monaten; es ist eine Zeit- und Geldfrage. Wichtig für „Olli“: Er hat seinen Platz bei der nächsten deutschen Meisterschaft sicher, muss nicht mehr durch die schwere Qualifikationsmühle aus oberfränkischer und bayerischer Meisterschaft.

Ins elfrundige Turnier ging Oliver Zier – Dritter bei der bayerischen U10-Meisterschaft - mit dem Ziel, 50 Prozent der Punkte zu erreichen. Doch schon der Start war verheißungsvoll: Zwei leichte Siege fuhr der Wunsiedler ein. Danach traf er in der dritten Runde auf den späteren Vizemeister aus Baden. Nach einer Partie mit Höhen und Tiefen verlor Oliver. Aus den folgenden vier Runden holte er zwei Erfolge und zwei Unentschieden. Nach zwei weiteren Siegen in Folge stand Oliver nach der neunten Runde auf dem dritten Platz.

Nun ging es um eine absolute Spitzenplatzierung. Viele Betreuer staunte, wie ruhig Oliver trotz der hohen Bedeutung dieser Partie agierte. Und tatsächlich hatte er auch gegen den bis dahin Führenden, einen Bub aus Dresden, das Heft in der Hand. Er kam sogar in Materialvorteil – durch eine Ungenauigkeit vergab er jedoch seine Gewinnchancen und musste ins Remis einwilligen. Bei einem Sieg wäre Oliver punktgleich auf Platz eins gestanden. Nun lag er einen Punkt hinter dem Spitzenreiter. Und in die Abschlusspartie gegen die Nummer zwei der Setzliste verlor Oliver. Dennoch: Die Bilanz – sechs Siege, drei Unentschieden, nur zwei Niederlagen – kann sich sehen lassen.

Und für die „Deutsche“ 2005 kann Oliver neue Ziele anpeilen: Er kann erneut in der U10 antreten. Einige seiner Mitstreiter werden dann bereits in die U12 aufrücken.

Auch für seine Schwester Verena gab es bei der Siegerehrung Urkunde und Medaille. Sie landete in der Altersklasse U14 der Mädchen auf dem 15. Platz unter 28 Teilnehmerinnen. Dabei holte die junge Wunsiedlerin 4,5 Punkte aus neun Runden, erreichte also exakt die 50-Prozent-Marke.

Als bayerische Vizemeisterin hatte sich Verena, die seit 2002 Turnierschach spielt, für ihre erste „Deutsche“ qualifiziert. Ihre Konkurrentinnen hatten teilweise schon mehr Erfahrung auf deutscher Ebene. Sie hatten in einigen Partien gute Chancen, noch bessere Ergebnisse zu erreichen. Ein einstelliger Tabellenplatz war durchaus in Reichweite.

JAN FISCHER